KINDERGARTEN | KRABBELSTUBE

PREGARTEN | geladener Architekturwettbewerb | 1. Preis | 2020

KINDERGARTEN | KRABBELSTUBE

PREGARTEN | geladener Architekturwettbewerb | 1. Preis | 2020

KINDERGARTEN | KRABBELSTUBE

PREGARTEN | geladener Architekturwettbewerb | 
1. Preis | 2020

Dietmar Moser, Florian Dessl
ARGE mit O+z architektur Robert Oberbichler, Johann Zaunrieth

2001_S3
2001_Q1
2001_S2
2001_S1

AUFGABE | NEUER KINDERGARTEN
Die Stadtgemeinde Pregarten erfreut sich aufgrund seiner guten Lage und Verkehrsverbindung nach Linz über einen stetigen Bevölkerungszuwachs. Seit 1951 hat sich Pregarten verdoppelt, allein in den letzten vier Jahren sind ca. 200 neue Einwohner dazugekommen. Im wachsenden Ortsteil Grünbichl wird ein Kindergarten mit drei Kindergartengruppen und einer Krabbelgruppe daher dringend notwendig.

VORSICHTIG EINGEBETTET
Betriebe, Einfamilienhäuser, kleinere Wohnsiedlungen, Schulen, Kultur- und landwirtschaftliche Gebäude bilden in Pregarten ein lebendiges Zusammenspiel. Die Ansiedlung Grünbichl ist Expansionsraum für Wohnen und wird sich kurz bis mittelfristig Richtung Südosten erweitern.

Die Struktur und Körnung bleiben "ländlich" – das soll auch so bleiben. Aus diesem Grund ist der Kindergarten als kompakter eingeschossiger Baukörper konzipiert, der sich in die bestehenden Topografien gut einordnet.
Das zur Verfügung stehende Baufeld ist nach Westen (Richtung Grünbichlsiedlung) durch ein pädagogisch interessantes Waldstück gefasst und nach Norden (Richtung Stadtzentrum) wird es durch die Grünbichlstraße begrenzt. Der Neubau schmiegt sich mit dem Rücken an die Grünbichl-Straße und folgt dem Verlauf der Grundstücksgrenze. Dadurch wird ein möglichst großer zusammenhängender Freiraum generiert.
Die Positionierung integriert den wertvollen Waldbestand und ermöglicht so die ungehinderte Wahrnehmung des vielfältigen Naturraums. Die Bäume dienen als natürlicher Filter und Sonnenschutz nach Westen, als Versteck, Spiel- Lernraum der Kinder und Lebensraum für viele Tiere und Insekten.
Die Erschließung des Grundstücks erfolgt von Norden. Die Topografie, der leicht abfallende Hang, wird dabei möglichst gut aufgenommen. Fußläufig gelangt man über eine vom motorisierten Verkehr losgelöste Rampentreppe zum großzügig gedeckten Zugang, der einerseits als Wartebereich aber auch als Abstellbereich für die „Kinderfahrmaschinen“ dient. Die erforderlichen Stellplätze werden im Norden barrierefrei innerhalb der Schutzzone des Waldes errichtet, mit der Möglichkeit einer Anlieferungszone (Kiss & Ride). 
Wesentlich ist das vorhersehbare Wachstum des Ortes und somit auch der Wachstumsbedarf der Räumlichkeiten für den Nachwuchs. Durch eine Aufstockung kann der Kindergarten in mehreren Etappen um bis zu vier Gruppen und einen Bewegungsraum erweitert werden.

MATERIALITÄT
Der Neubau wird als wirtschaftlich effizienter Ziegelbau oder Holzmassivbau errichtet. Eine reine Holzkonstruktion ist auf Grund der Gebäudegeometrie zu bevorzugen.

Für die Außenhaut wird nach Norden das Material Holz in Form von heimischer Lärche gewählt. Die Schalung soll kostengünstig als hinterlüftete Fassade mit vertikal verlaufenden, sägerauen Brettern in unterschiedlichen Breiten - eine so genannte Chaos-Schalung, angebracht werden.
Die Fassade nach Süden ist ähnlich wie ein Möbel als großflächige, ebene Holzplattenfassade angedacht.
Im Innenraum dominieren ökologische, warme und langlebige Materialien wie geschliffener Estrich, Holzböden und Filz.

ERSCHLIESSUNG | ORGANISATION
Die Verwaltung, als erste Anlaufstelle, ist samt Sozialbereich und „Küche“ im Norden gleich beim Eingang situiert.
Der Marktplatz als „Rückgrat“ und erweiterter Aufenthalts- und Bewegungsraum mit bespielbaren Möbel Parapeten entlang der Nord- und Ostfassade wartet darauf erobert zu werden. Der offene Essbereich mit Aufwärmküche bedient gleichzeitig auch den Personalbereich. Bei Festen oder Veranstaltungen ist der Bewegungsraum mit dem Marktplatz koppelbar.

Die vier versetzten Gruppenräume des Kindergartens sind wie vier Häuschen unter einem Dach zu einem Baukörper vereint. Durch die Aufteilung, die dennoch Teil eines Ganzen ist, soll den Kindern damit ein Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrer Wohneinheit vermittelt werden. Immer zwei Gruppenräume werden über eine gemeinsame Garderobe, „Schmutz-Schleuse“ erschlossen und über die gedeckten Terrassen mit dem Garten verbunden. Im Westen, an zentraler Stelle möglichste nahe beim Eingang, liegt die Krabbelgruppe.
Die jeweiligen Loggien/ Lauben werden durch Rankstrukturen räumlich gefasst und schaffen einen fließenden Übergang zum Naturraum.

ENERGIEKONZEPT
Das Gebäude wird kompakt und energieeffizient in Niedrigstenergiebauweise konzipiert. Die Haustechnik soll dem „Low Budget“ Prinzip folgen. Es wird eine natürliche Be- und Entlüftung über die Lüftungsklappen der Oberlichter im Dach, sowie öffenbare Fensterelemente für Stoßlüftung, Nachtlüftung im Sommer und Winterlüftung vorgeschlagen. Die Gebäudelüftung könnte nach Bedienbarkeit mechanisch erfolgen.

Für eine optimale Raumakustik sorgen eine flächig abgehängte Decke und zusätzliche Wandabsorber bzw. weiche Materialien Stoffe/ Filz an den Wänden.
Eine außenliegende Verschattung, Vordächer, Lauben und der westseitige Baumbestand bieten Schutz vor sommerlicher Überwärmung. 

PROTOKOLL DES PREISGERICHTS
"Das Projekt überzeugt durch bestmögliche Ausnutzung der Grundstücksfläche indem es am Rücken der Grünbichlstraße die Verkehrszone abschottet und alle Freiflächen übersichtlich den Gruppenräumen in einer Achse zugeordnet sind. Die Zufahrt in der Schutzzone im Nordwesten erscheint in diesem Zusammenhang gerechtfertigt, da dies ein knappes Heranrücken an den Straßenraum ermöglicht. Die überdachte Eingangszone führt in ein großzügiges und multifunktionales Foyer mit Essplatz, welches die Gangachse zu den Funktionsräumen tangiert. Die Staffelung der Gruppenräume mit Belichtung über Eck erhöht die Übersichtlichkeit und wird funktional und formal über eine ausladende trapezförmige Dachfläche begrenzt. Vom Foyer aus ist eine spätere Aufstockung mittels einläufiger Treppe im Bereich des Dacheinschnittes mit Oberlichte in ansprechender und zweckmäßiger Form möglich. Der Gebäudezuschnitt vermeidet auch mit Aufstockung durch die freie geometrische Form Ecken und Kanten zu den Grundstücksgrenzen und besitzt mit dem über dem Grundriss auskragenden Flachdach einen kompakten aber luftigen Charakter."

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